Österreichischer Präventionspreis 2026
2015 wurde Günther Ebenschweiger für seinen Einsatz für die Gewaltprävention der Menschenrechtspreis der Stadt Graz verliehen (Foto: Fischer)

Es gibt berufliche Erfahrungen, die den Blick verändern. Bei Günther Ebenschweiger war es die wiederholte Konfrontation mit Gewalt in seinem Alltag als Polizist in Graz. Situationen, in denen Hilfe oft erst dann möglich war, wenn bereits Schaden entstanden war – für Frauen, für Kinder, für ganze Familien.

Wie kann es gelingen, früher anzusetzen?

Diese Frage prägte seinen weiteren Weg.

Vom Polizisten zur Prävention

Sie führte ihn zur Prävention – zunächst aus persönlichem Interesse, bald als zentrales Anliegen. Impulse kamen auch aus dem internationalen Austausch, etwa durch Einblicke in das Konzept des „community policing“ in New York.

Ebenschweiger begann, sich intensiv mit Präventionsansätzen auseinanderzusetzen, Kontakte in ganz Europa aufzubauen und Wissen zusammenzutragen – in einer Zeit, in der dieses Feld in Österreich noch wenig entwickelt war.

1999 gründete er das Österreichische Zentrum für Kriminalprävention. Ziel war von Anfang an, Prävention nicht nur zu denken, sondern konkret umzusetzen. In interdisziplinären Teams entstanden Programme, die Kinder und Jugendliche stärken, Eltern und Pädagog:innen einbinden und frühzeitig ansetzen.

Projekte wie „Mein Körper gehört mir“, „Die große Nein-Tonne“ oder „Natürlich bin ich stark“ erreichten in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen in ganz Österreich.

Ein zentrales Anliegen dabei ist es, Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung und Handlungsfähigkeit zu stärken – und damit Voraussetzungen zu schaffen, die Gewalt vorbeugen können.
Denn es ist einfacher, Kinder zu stärken, als Erwachsene zu reparieren.

Gleichzeitig versteht Ebenschweiger Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Sie braucht Zusammenarbeit über Fachbereiche hinweg und eine klare Orientierung an Qualität und Wirksamkeit.

Netzwerk, Kongress und Preis

Vor diesem Hintergrund entstand 2008 der Österreichische Präventionspreis. Er machte sichtbar, wie vielfältig und engagiert Präventionsarbeit in Österreich bereits geleistet wird – und wie groß das Interesse an Austausch und Vernetzung ist.

Aus dieser Dynamik heraus wurde 2009 erstmals der Österreichische Präventionskongress veranstaltet.

Seither bietet der Kongress eine Plattform für Fachleute und Engagierte aus unterschiedlichsten Bereichen – von Bildung, Polizei und Sozialarbeit bis hin zu Wissenschaft, Gesundheitswesen und Politik. Im Mittelpunkt stehen der Austausch von Erfahrungen, die Diskussion aktueller Herausforderungen und die Weiterentwicklung von Ansätzen in der Präventionsarbeit.

Auch der aktuelle Präventionspreis in Graz knüpft an diese Entwicklung an. Er steht für die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Gewaltprävention und für den Anspruch, engagierte Projekte sichtbar zu machen und zu stärken.

Erfahrung und Haltung

Günther Ebenschweiger bringt hier jahrzehntelange Erfahrung ein: aus über 40 Jahren Polizeidienst, aus über 40 Jahren intensiver Präventionsarbeit sowie aus zahlreichen internationalen Fortbildungen und Kooperationen.

Sein Zugang ist geprägt von Praxisnähe, Vernetzungsdenken und der Überzeugung, dass nachhaltige Veränderungen nur im Zusammenspiel vieler Akteur:innen möglich sind:

früh ansetzen
Wissen teilen
Verantwortung gemeinsam tragen
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Mach auch du mit!